Die Stimme

Judith Merkle Riley

Jetzt bestellen: Die Stimme. Im spätmittelalterlichen England lodern von Nord bis Süd die Hexenfeuer, die Große Pest entvölkert Städte und Dörfer, klerikale Eiferer wüten. Da tut eine Frau etwas bisher Undenkbares: Sie folgt einer inneren Stimme, die ihr befiehlt, die unglaubliche und schockierende Geschichte ihres Lebens aufzuzeichnen.

Auszug: Im Westende des großen, normannischen Mittelschiffs der St. Paul's Cathedral in der City of London lungerte eine hochgewachsene, knochige, in ein unauffälliges, fadenscheiniges, altes, graues Gewand gehüllte Gestalt in der Nähe eines Pfeilers herum und beobachtete aufmerksam das Gewimmel von Kaufleuten, frommen Damen, Dienstboten und Klerikern, die hier ihren Geschäften nachgingen. St. Paul's eignete sich gut für die Arbeitssuche: an einem Pfeiler standen die arbeitslosen Dienstboten und warteten auf Angebote, während Priester am Si quis-Nordportal das gleiche taten, nur eben diskreter. Dort hefteten sie säuberlich geschriebene Zettelchen an, die kundtaten, dass sie für jede freie Stelle zur Verfügung stünden. Hier, am Westende, saßen zwölf Schreiber der Kathedrale an Schreibtischen und schrieben Briefe für jedermann oder erstellten Urkunden; und genau hier hatte Bruder Gregory die letzten Tage auf der Lauer gelegen und darauf gewartet, dass vom Tisch der Reichen unbeobachtet ein Brocken zum Kopieren für ihn herabfiele. Vor zwei Tagen hatte er für eine alte Frau einen Brief an ihren Sohn in Calais geschrieben, doch seither hatte sich nichts mehr getan, und Bruder Gregory wurde bereits von anstößigen Träumen über Würstchen und Kalbsfüße heimgesucht.

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ISBN: 354825103X

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