Profit Over People

Neoliberalismus und globale Weltordnung

Noam Chomsky

Jetzt bestellen: Profit Over People. Der Sprit wäre noch teurer, gäbe es das Pentagon nicht. Laut einer Untersuchung, die der Autor zitiert, wird der Weltmarktpreis für Rohöl zu 30 Prozent subventioniert -- vom amerikanischen Verteidigungsministerium. Diese Untersuchung ist, erklärt Chomsky, "meines Wissens die einzige zu diesem Thema".

Für die Schülerzeitung von Oak Lane schrieb er seine ersten Texte. Noam Chomsky, damals noch ein Kind, diskutierte dort den Marxismus -- und lehnte ihn ab. Seitdem ist viel geschehen. Chomsky schrieb sich hoch, forschte die Sprache ruhmreich aus. Und kann sie so gut benutzen, dass er zum "vielleicht bedeutendsten lebenden Intellektuellen" wurde, wie die New York Times schrieb. Den Amerikanern war ihr berühmter Denker nie so ganz geheuer. Denn den Marxismus hat er nur als Schüler abgelehnt.

In seinem jüngsten Werk diskutiert er die Modethemen Neoliberalismus und Globalisierung. Wie er das tut, illustriert das Beispiel vom Rohölpreis. Chomsky legt Zahlen und Untersuchungen auf den Tisch, die man sonst nur selten liest. Und seine Grundaussage widerspricht der Trendansicht vom "Turbokapitalismus", vom frei fließenden Kapitalstrom, der den Staat zum Sklaven degradiert. Für Chomsky spielt der Staat kräftig mit, nämlich die Hauptrolle.

Der Staat lenkt mehr als man denkt. Wer würde schon denken, dass die Spritpreise staatlich bezuschusst sind? Subventionen, Protektionismus und Embargos -- das sind die staatlichen Waffen. Von wegen "freier Weltmarkt". Auch die Medien findet Chomsky nicht so mächtig. Die Wirtschaftspresse etwa: nur "ein getreuer Spiegel der Wahrnehmungen der (...) Geschäftswelt." Und die sei "klassenbewusst und auf den Klassenkampf ausgerichtet".

Chomsky lebt übrigens nach wie vor in den USA und gilt -- auch bei seinen Anhängern -- als "Außenseiter". Mit seinem Buch vermittelt er neue Ansichten, argumentiert -- gegen alle Trendmeinungen -- schlank und schlüssig und untermauert seine Thesen mit interessanten Zahlen. Trotz (oder wegen) des zum Teil schwer nachvollziehbaren Aufbaus kann man in Chomskys Essaysammlung kreuz und quer herumlesen -- und wird dabei überwiegend anregende Gedanken finden. --Frank Rosenbauer

Noam Chomsky hat seit den sechziger Jahren unsere Vorstellungen über Sprache und Denken revolutioniert. Zugleich ist er einer der schärfsten Kritiker der gegenwärtigen Weltordnung und des US-Imperialismus. Der heute 71-Jährige ist als "der einflussreichste westliche Intellektuelle" und als "der bekannteste Dissident der Welt" bezeichnet worden.

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ISBN: 320376010X

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